KI ist ja nun in aller Munde. Und natürlich haben alle möglichen Branchen und Berufsstände Angst davor, von der Künstlichen Intelligenz ersetzt zu werden. Eine, die es vielleicht schneller treffen kann, als sie es denkt, ist der Berufsstand der Fitnesstrainer1. Schon jetzt ersetzen Apps wie Hevy das individuelle Erstellen von Trainingsplänen. Aber nicht nur Trainingspläne sind für eine umfangreiche Fitnessanalyse und Beratung notwendig. Auch der Blick auf die Ernährung und einen ausreichenden Schlaf gehört zur ganzheitlichen Betrachtung dazu.
Trainingspläne erstellen und Ergebnisse auswerten
Aber das reine erstellen von Trainingsplänen ist noch nicht das wofür eine KI notwendig ist. Richtig spannend wird es erst, wenn nach den Trainings die Ergebnisse ausgewertet werden. Und hier kommt die Künstliche Intelligenz ins spiel.
Seit einiger Zeit nutze ich Claude als KI der Wahl. Ich habe dafür ein Projekt2 angelegt, in dem ich nach jedem Training meine Ergebnisse auswerten lasse. Mit einem umfangreichen Prompt, den ich als allgemeine Anweisung hinterlegt habe, analysiert mir Claude meine Ergebnisse und gibt mir Tipps und Ratschläge für die nächsten Trainings.

Bisher hatte ich nach jedem Training meinen Fortschritt in einen Prompt eingefügt. Das war sehr umständlich. Dann entdeckte ich einen inoffiziellen Hevy MCP3. Der MCP-Server (eher Service) nutzt die offizielle Hevy API und stellt die Informationen der KI (Claude in dem Fall) zur Verfügung. Der Vorteil gegenüber dem einfachen Einfügen eines Ergebnisses ist, dass die KI sich die Daten selbst ziehen kann, und nicht nur die letzte Einheit, sondern über mehrere vergangene Einheiten hinweg.
Besonders hinfreich fand ich nach der ersten Analyse den Blick auf die Verteilung der Muskelgruppen so wie den Gewichtsverteilungen und Wiederholungen. Die bei mir nicht optimal waren.
Damit ist die erste Säule bedient. ✅ Trainingsplan mit KI erstellen und Ergebnisse auswerten.
Ernährung im Blick und auswerten
Ich nutze seit ein paar Jahren die App YAZIO als Tracker für meine Nahrung. (Ehrlich gesagt, mal mehr und mal weniger regelmäßig.) Aber ich versuche damit schon im Blick zu behalten wie das mit der Aufnahme von Proteinen und anderen Nährstoffen bei mir läuft. Um einen erfolgreichen Fortschritt beim Thema Fitness zu haben, sind diese Werte zusätzlich zu den Trainings relevant. Nach ein wenig Recherche (okay, eine Google-Suche) bin ich auf dieses inoffizielle YAZIO MCP aufmerksam geworden. Damit lässt sich die Nahrungsaufnahme direkt in die KI-Auswertung einbeziehen.
✅ Nahrung (Proteine und Co) auswerten lassen.
Und was ist mit dem Rest (Schlaf, andere Trainings)?
Aber was ist mit dem Rest? Nicht nur Training im Fitnessstudio und die Ernährung ist für eine vollumfängliche Betrachtung notwendig. Die alltägliche Bewegung, die Regeneration und auch der Schlaf ist ein wichtiger Faktor für ein effizientes und erfolgreiches Training.
Als Apple Fanboy landen natürlich alle meine Daten in Apples Health. Anfang des Jahres wurde berichtet, dass Claude gerade daran arbeitet, auch auf die Gesundheitsdaten von Apple Health (und anderen Gesundheitsapps) zugreifen zu können. Sobald das möglich sein wird, ist der Zugriff auf weitere Gesundheitsdaten4 möglich und eine ganz umfängliche Analyse und Betrachtung ist damit möglich.
Neben Apple Health gibt es noch die Fraktion Garmin. Aber auch dafür gibt es ein inoffizielles MCP für Garmin.
✅ Zugriff auf weitere Gesundheitsdaten
Die Frage ist, ob das jetzt wirklich die Zukunft des Sportes/des Fitnesstrainings sein wird. Der Ansatz ist da und wirkt zunächst gut. Natürlich darf nicht aus dem Auge verloren werden, dass KI generierte Inhalte Fehler enthalten können und nicht einfach blind gefolgt werden darf. Aber aus meiner Erfahrung ist es auf dem gleichen Level, auf dem die meisten Fitness-Influencer:innen sind.
Natürlich ist das etwas sehr überspitzt dargestellt. Fitnesstrainer machen mehr als “nur” Trainingspläne zusammenzustellen. Sie achten auch auf eine saubere und gesunde umsetzung und andere wichtige und nützliche Dinge. ↩︎
Natürlich hat nicht nur Claude diese Möglichkeit. ↩︎
Das Model Context Protocol (MCP) ist ein von Anthropic im November 2024 eingeführter, offener Standard, der KI-Modellen (LLMs) ermöglicht, sicher und standardisiert auf externe Datenquellen, Tools und Software zuzugreifen. Es funktioniert wie eine universelle Schnittstelle, die KI-Agenten direkt mit Datenbanken, internen Systemen oder dem Internet verbindet, ohne für jede Verbindung individuelle Lösungen programmieren zu müssen. ↩︎
Damit sind natürlich gewissen Bedenken verbunden, die aber bitte jede:r für sich selbst beurteilt. ↩︎