Im letzten Jahr zu Weihnachten bekam ich einen eBook-Reader geschenkt. Ich hatte schon mal einen von Amazon, aber mit dem bin ich nie so richtig warm geworden. Nachdem ich aber im letzten Jahr das Lesen für mich entdeckt habe, war der Schritt zu einem digitalen Lesegerät der logische nächste Schritt. Aber nochmal einen Amazon Kindle wollte ich nicht. Eine echte Alternative sollte es sein. Aber um die Hardware soll es hier gar nicht gehen, sondern eher um die Bezugsquelle von digitalen Büchern.
Der große amerikanische “Buchhändler” macht es einem natürlich sehr einfach. Und gleichzeitig sperrt er einen in sein eigenes Ökosystem ein.
Vendor Lock-in bei Amazon und Amazon Kindle
Amazon macht es schon recht clever (für sich). Die Amazon Kindle eBook-Reader sind im Vergleich super günstig. Regelmäßig bietet Amazon ihre hauseigene Hardware nochmal günstiger an. Und von der Hardware kann ich aus meinen vergangenen Erfahrungen her auch nichts Negatives sagen.
Das Problem kommt beim Erwerb von digitalen Büchern. Diese kommen entweder im Amazon-eigenen Format AZW3 oder KFX-Format und sind schon mal nicht mit gängigen anderen eBook-Readern kompatibel. Dazu ist das natürlich alles DRM1-geschützt und somit auch nicht so einfach übertragbar.
Auch lassen sich die gekauften Bücher nicht direkt herunterladen und wenn man denkt, dass die erworbenen eBooks mir gehören, hat man die AGBs wohl doch nicht richtig gelesen. So ist es in der Vergangenheit mehrfach geschehen, dass die eBooks gelöscht2 wurden oder nicht mehr verfügbar waren, wenn Amazon beschließt, den Account zu sperren oder die Geräte einfach nicht mehr unterstützt3.
Alternative Geräte und ePUB als Dateiformat
Es gibt aber gute Alternativen zur Amazon-Hardware. Vielleicht gehe ich später mal auf diese im Detail ein, aber an der Stelle soll der Hinweis auf Kobo und PocketBook4 reichen.
Der Vorteil dieser Geräte ist ganz klar die anbieteroffene Kompatibilität mit vielen Dateiformaten, wie unter anderem ePUB5. Dieses sehr verbreitete Dateiformat lässt sich auf sehr vielen Geräten lesen, das muss nicht mal ein eBook-Reader sein.
Es kann auch mit (z.B. dem von Adobe) einem DRM-Schutz versehen und wird darum auch von digitalen Bibliotheken wie der Onleihe und Libby verwendet, um geliehene, digitale Bücher auch auf den Geräten lesen zu können.
eBooks lokal kaufen und den Buchladen um die Ecke unterstützen
Und woher bekomme ich jetzt meine digitalen Bücher?
Es gibt wirklich viele Quellen für digitale Bücher. An dieser Stelle möchte ich (ohne explizit Werbung zu machen) auf den Dienst genialLokal hinweisen. Vielleicht kennt ihr das schon, wenn ihr gerne physische Bücher kauft und sie dann in eurem Buchladen des Vertrauens abholt und bezahlt6. Der lokale Buchhandel bekommt dadurch einen kleinen Teil des Umsatzes ab, ihr könnt aber wie gewohnt online shoppen.
Was aber vielleicht noch nicht so viele wissen: Auch digitale Bücher lassen sich dort kaufen und die “Provision” geht dann wie gewohnt auch an euren lokalen Buchhandel.
Bei mir hat das tatsächlich gut funktioniert. Mittlerweile kaufe ich meine digitalen Bücher ausschließlich über genialLokal – und damit indirekt bei dem kleinen Buchladen zu dem wir immer gerne gehen.
Wenn ihr also sowieso schon überlegt, dem Amazon-Ökosystem den Rücken zu kehren, oder einfach neugierig seid wie das mit einem Kobo oder PocketBook so ist: ein guter erster Schritt ist, beim nächsten Kauf einfach mal genialLokal auszuprobieren.
Und wen das Thema digitale Unabhängigkeit interessiert, schaut sich auch mal die Initiative “Digital Independence Day” an, da gibt es noch mehr Hinweise zur digitalen Unabhängigkeit gegenüber großen Konzernen aus den USA.
DRM ist das Digitales Rechtemanagement. vgl. Wikipedia DRM ↩︎
heise.de Beispiel von 2009 wo Bücher von Geräten gelöscht wurden. ↩︎
test.de Amazon sperrt ältere Reader aus ↩︎
Bei mir ist es ein PocketBook Verse Lite geworden ↩︎
Akronym für electronic publication. Wikipedia EPUB ↩︎
